Festakt
Wir bedanken uns recht herzlich bei unseren Gästen und Mitgliedern für den schönen Abend und die zahlreichen Spenden.
Uwe Petit
Laudatio von Karl-Heinz Breuer
Laudatio zum 100 jährigen Vereinsjubiläum des SC Fortuna Liblar 1910 e. V.
Ja, 100 Jahre eine unvorstellbar lange Zeit. Was passierte alles in den letzten hundert Jahren, wie war die Entwicklung im Fußball. Von eckigen zu runden Torpfosten. 1954 - 1974 – 1990. Auch die Frauen werden Fußballweltmeister. Erfindung des passiven Abseits. 4. Offizieller. Ausländerfeindlichkeit und Fanausschreitungen. Diskussionen über Torkamera und Videobeweis. Schwule im Fußball. Michael Ballack verletzt.
Alles kein Thema für heute.
Laudatio für einen Verein?
Eine Laudatio ist eine von einem Laudator oder einer Laudatorin verlesene oder in freier Rede vorgetragene, nicht im Geringsten den Tatsachen entsprechende und bisweilen äußerst ermüdende, wenn nicht peinliche Lobhudelei auf einen Jubilar, Preisträger oder Verstorbenen. Im letzteren Falle wird aus der Laudatio automatisch eine Grabrede.
Aufgrund der hohen Anzahl von Laudatios, Laudationen, Laudationes keine Ahnung.
Also aufgrund der hohen Anzahl innerhalb einer Veranstaltung sind diese austauschbaren Lobhudeleien eher kurz gehalten. Bei der Verleihung von Ehrendoktorwürden und Bundesverdienstkreuzen hingegen kann die Laudatio ausufernder gehalten werden und sollte in Korrelation mit dem Alter des Gewürdigten stehen: Je älter desto länger.
Also legen Sie sich zurück es kann dauern.
Eine Lobrede über einen Verein, der 100 Jahre alt ist und von dessen Ursprüngen es nur wenige Quellen gibt erschien zunächst schwierig.
Vieles liegt im Dunkel. Bereits die Geburtsstunde kann nur vage angegeben werden.
Sehr schön ist jedoch in der Chronik des Vereins diese Geburtsstunde beschrieben und ich möchte zwei Zeilen daraus zitieren:
SO WAR ES IM JAHRE 1910 -
als einige junge Leute, noch in ihrer beruflichen Ausbildung stehend, etwa gleichaltrig und vor allem mit gleichartig idealer Lebensauffassung, sich freundschaftlich zusammenfanden.
………..
Zum ersten Mal dokumentierte sich weithin sichtbar jener Geist, der Brücken schlägt, ein Geist, der den Verein von Beginn an vor Engstirnigkeit und Eigenbrötelei bewahrte. Männer, deren Name für immer in diesen Grundstein eingemeißelt wurden, sind:
Albrecht Amberg, Georg Amberg, Michael Grommes, Robert Heise, Anton Klösgen, Adam Meermagen, Edmund Roenelt, Paul Schnorrenberg, Josef Vennigs.
Präses des Vereins wurde Robert Heise.
………..
Alle diese Bestrebungen zur Gründung eines Sportvereins spielten sich in der Zeit von Mai bis Juni 1910 ab. Der Verein bekam den Namen "Sport-Club Fortuna Liblar 1910".
Die Satzung wurde entworfen und mit einem Genehmigungsantrag der Verwaltungsbehörde vorgelegt.
Soweit die Zitate aus dem Jahr 1960, die auch dieses Jahr wieder in der vervollständigten Chronik in unserem Vereinsheft abgedruckt sind.
Auf der langwierigen Suche nach der Geburtsstunde von Fortuna hatte Herr Hammerschmidt einen Hinweis auf eine Akte im Landesarchiv Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf bekommen. Bei meinem Besuch im Lesesaal des Landesarchivs konnte ich dann die Vereinsregisterakte des Sportklub Fortuna 1910 Liblar in den Händen halten.
Die Eintragung in das Vereinsregister so wie wir es heute kennen erfolgte am 23.08.1935 durch Vereinsführer Postinspektor Franz Schnorrenberg, Liblar, Karl-Schurzstr. 14 und den Stellvertreter Expedient Wilhelm Graper, Oberliblar, Schlunkweg 17 unter dem Namen Sportklub Fortuna 1910 Liblar in Liblar durch Überreichung der Satzung vom 14.04.1935 in Urschrift und Abschrift des bestehenden Vereins.
Die Veröffentlichung erfolgte am 21.09.1935:
2026) Im hiesigen Vereinsregister ist heute unter lfd. Nr. 16 eingetragen worden:
„Sportklub „Fortuna 1910“ Liblar, mit dem Sitz in Liblar.“
Lechenich, 12.9.35 Amtsgericht
Doch drehen wir die Uhr wieder ein paar Jahre zurück.
Besonders folgenreich für die massenhafte Verbreitung des Fußballs war ein Militär-Turnerlaß, der 1910 den Fußball in den Ausbildungsplänen der Armee verankerte.
Diese Herkunft kann der Fußball, wie die Historikerin Christiane Eisenberg schreibt, bis heute nicht verleugnen, ist doch seine Sprache nach wie vor von militärischen Begriffen geprägt: „Schuss“, „Flanke“, „Deckung“, „Sturm“, „Flügel“, „Feld“, „Schlachtenbummler“ und was es da sonst noch alles gibt. Diese Begrifflichkeit ist dem Fußball nicht von finsteren militaristischen Kommentatoren im Nachhinein aufgezwängt worden, sondern markiert bis heute die Geburtsstunde des Fußballs als Massensport im Ersten Weltkrieg. Aktive Spieler wie sachkundige Zuschauer hatten seinerzeit in der Etappe hinter der Front des Weltkriegs nachhaltig Erfahrungen mit dem Fußball gemacht. Diese Tatsache belegt auch ein Abschnitt in unserer Chronik:
In den Jahren bis zum 1. Weltkrieg hatten sich außer dem Euskirchener Sportclub noch der VfB Lechenich, der SC Zülpich und eine Fußballabteilung des Euskirchener Turn- und Fechtclubs (Euskirchener Ballspielclub) gebildet. Später stellte der Turnverein "Erfa" Gymnich noch eine Fußballabteilung auf, in Weilerswist wurde ein Sportverein gegründet, ansonsten war der Rasensport im Kreise Euskirchen noch recht gering. Fortuna Liblar war hier der erste im Westdeutschen Spielverband organisierte Fußballverein. Man kann also sagen, dass der SC Fortuna Liblar - wenigstens im Kreise Euskirchen - bahnbrechend für den Rasensport war. Erst nach dem 1. Weltkrieg begannen sich dann neben den bereits erwähnten Vereinen noch weitere Sportvereine zu bilden.
Wussten Sie übrigens, dass Fortuna genau so alt ist wie die Kölner Südbrücke. Sie wurde am 05. April 1910 eingeweiht. Oder dass am 15. Mai 1910 der Karlsruher FV im Weidenpescher Park in Köln Deutscher Fußballmeister wurde. Vor 5.000 Zuschauern wurde Holstein Kiel 1:0 geschlagen.
Auch Malmö FF und der FC St. Pauli feiern in diesem Jahr Ihr 100 jähriges Vereinsjubiläum.
Ach ja, bevor ich es vergesse 1910 spielte in Kleve zum ersten Mal die Deutsche Fußballnationalmannschaft auf deutschem Boden gegen die Niederlande.
Doch genug von anderen Ereignissen. Hier ein paar Highlights aus unserer Vereinsgeschichte:
1930 Der neue Sportplatz in Oberliblar an der Bahnhofstraße wird eingeweiht
1935 Eintrag ins Vereinsregister
1937 Die A1 schlägt den bis dahin ungeschlagenen Westdeutschen Jugendmeister Borussia Mönchengladbach mit 3:2.
1940 Der zweite Weltkrieg bedeutete fast das aus für Fortuna. Nur einige Jugendmannschaften sind während des Krieges die Repräsentanten des Vereins.
1945 Schon 1945 wurden wieder Spiele ausgetragen - eine englische Militärauswahl gewann 2:0 und der Kölner Ballspielclub (KBC) wurde mit 2:0 besiegt.
1954 A1 Jugend wird 2. der Mittelrheinmeisterschaften unter Jugendleiter Ernst Kussinger
1955 Sozusagen als Dank für die erfolgreiche Jugendarbeit konnte am 17.11.1955 das Jugendheim eingeweiht werden, dessen Bau zwar durch den Fußballverband Mittelrhein finanziert wurde, an dessen Errichtung jedoch alle Jugendlichen tatkräftig mitarbeiteten.
1960 Mit dem 50-Jährigen Vereinsjubiläum wird Wilhelm Graper zum 1. Ehrenvorsitzenden von Fortuna Liblar ernannt und für seine 50 jährige Mitgliedschaft im Westdeutschen Fußballverband geehrt.
1964 1. Internationales Jugendfußball-Turnier. Zu Gast sind Jugendliche aus England, Frankreich, Holland, Luxemburg und Schottland
1974 Fortunas „Alten Herren“ rufen ein Hallenfußballturnier für AH-Mannschaften der Stadt Erftstadt um den Bürgermeister-Wanderpokal ins Leben
1978 Einweihung der Flutlichtanlage. Fortuna Liblar schlägt Bayer 04 Leverkusen mit 3:1
1975 - 1985 Die Jugendabteilung des SC Fortuna Liblar wächst in den Jahren durch die kontinuierliche Aufbauarbeit und den unermüdlichen Einsatz der Jugendleiter und Jugendbetreuer auf ca. 180 Jugendliche an.
1985 Feier zum 75jährigen Vereinsjubiläum im Juni in der Aula der Realschule
Johannes Esser ist seit über 25 Jahren in Vereins- und Geschäftsführung tätig
1986 Jürgen Klonz wird Vereinsvorsitzender
1989 Die erste Mannschaft steigt in die Kreisliga C ab
1990 Am 26. Dezember 1990 brennt das Vereinsheim ab (Es ist gerade mal 35 Jahre alt geworden)
1991 Für 8.500 DM kauft der Verein ein Blockhaus. Damals dachte keiner, dass das Provisorium 4 ganze Jahre Bestand haben sollte. Es steht übrigens heute noch.
1992 Der Förderverein wird am 17. Juli 1992 unter dem Vorsitz von Franz Weyer und Winfried Trodler als Schriftführer und Kassenwart gegründet.
1993 Winfried Trodler und Edgar Moron beschaffen die fehlenden Landesmittel für den Neubau unseres Vereinsheims. Am 06.07.1993 wird der Grundstein gelegt. Am 06.11.1993 wird das Richtfest gefeiert.
1993 – 1994 Schwere Jahre für den Verein mit dem Bau des Vereinsheims unter der Bauleitung von Jürgen Klonz
1994 Einweihung des neuen Vereinsheims im Dezember
1996 Fortuna gründet eine Damenmannschaft
2010 Fortuna wird 100 Jahre alt
Laudatio für einen Verein?
Eine Lobrede über einen Verein, der 100 Jahre alt ist und von dessen Ursprüngen es nur wenige Quellen gibt erschien zunächst schwierig. Und dennoch, ist es leicht, weil der Verein lebt und ausgestattet mit Initiative und Kreativität zeitlos aktuell ist.
Laudatien werden eigentlich für Personen gehalten. Aber auch ein Verein ist kein abstraktes Gebilde sondern wird immer von den Personen bestimmt die darin ihr zuhause haben und ganz maßgeblich von denen die dafür Verantwortung tragen.
Ich möchte heute keine Aufzählung der Verantwortungsträger vornehmen, sondern von meiner Seite aus allen Dank sagen die sich kümmern. Den Menschen, denen das Wohl und Wehe des Vereins am Herzen liegt. Viele wären hier zu nennen. Leider sind gerade in den letzten Jahren einige langjährige und auch verdiente Mitglieder verstorben. Leider sind auch einige, denen ich von Herzen gewünscht habe das 100 jährige Ihres Vereins mit zu erleben, erst vor kurzem gestorben. Stellvertretend für eine ganze Reihe lieber Menschen möchte ich heute 3 Personen nennen. Mit Johannes Esser, Franz Weyer und Richard Möhrer bin ich auch eine lange Strecke des Fortuna Weges gemeinsam gegangen.
Ich möchte hier einen Augenblick innehalten und alle Anwesenden bitten einen Moment der verstorbenen Vereinsmitglieder zu gedenken, ohne die wir hier heute keinen Grund zu feiern gehabt hätten.
Dass Fortuna 100 Jahre alt geworden ist, ist eigentlich schon ein kleines Wunder in einer Zeit in der es immer nur um höher schneller besser geht. Von Erfolg verwöhnt ist unsere Fortuna schon seit Jahren nicht.
Fan zu sein ist leicht, wenn es sich um erfolgreiche Mannschaften und Vereine wie z. B. den FC Barcelona oder Bayern München handelt.
Schwierig wird es immer dann, wenn der Erfolg sich nicht einstellt und sogar eher der Misserfolg die Regel ist.
Umso mehr danke ich allen unseren Vereinsmitgliedern und Freunden für ihre Treue zu Fortuna.
Ein ganz wichtiger Tragpfeiler für unseren Verein ist die Jugendarbeit. Erfreulicher Weise werden wir wohl in der nächsten Saison in jeder Altersklasse mit Ausnahme der B-Jugend mindestens eine Mannschaft ins Rennen schicken können. Hierfür gilt unser Dank den engagierten Jugendleitern und Jugendtrainern, die Ihre Arbeit für den Verein ehrenamtlich durchführen und ca. 120 Kindern und Jugendlichen das Fußballspielen ermöglichen. Ohne den selbstlosen Einsatz der Mitglieder der Jugendabteilung wäre ein Überleben des Vereins nicht möglich.
Ja, es geht ums Überleben!
Bei einem kleinen Verein können die Kosten, die insbesondere aus der Bewirtschaftung eines Vereinsheims entstehen, nicht aus den Beitragseinnahmen gedeckt werden. Die erforderliche Kostendeckung kann nur durch Gewinne aus Sonderveranstaltungen erreicht werden.
Wenn Fortuna, wie von Ihnen Herr Bürgermeister leider angekündigt, zukünftig für die Nutzung der Sportanlagen zu zahlen hat, was wegen der angespannten Haushaltslage angebracht erscheint, müssen weitere zusätzliche Veranstaltungen durch die ehrenamtlichen Mitarbeiter organisiert werden. Denn über eine Beitragserhöhung können wir hier in Oberliblar nicht diskutieren.
Und so hoffen wir, dass andere Möglichkeiten zur Haushaltskonsolidierung gefunden werden und nicht bei dem sozialen Engagement gerade von Fußballvereinen gespart werden muss.
Bedenken Sie welche soziale und integrative Kraft im Fußball steckt, denn Fußball fördert die soziale Kompetenz von Jugendlichen.
Über die Notwendigkeit der Harmonie zwischen dem Teil (der einzelne Spieler) und dem Ganzen (der Mannschaft) kann man Fußball als Modell für das Funktionieren von Gesellschaft interpretieren. Es geht um Rollenverteilung, um Führung und Unterordnung, um Motivation und um das Verkraften von Siegen und Niederlagen.
In wenigen Tagen werden wir wieder die Faszination des „Spiels der Spiele“ erleben. Von je her sollten im Fußball die Gedanken von Fairplay und Toleranz verwirklicht werden. Wir wollen hier bei Fortuna weiterhin ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl pflegen, das offenkundig an anderer Stelle mit dem Geist von Spiez zum „Wunder von Bern“ geführt hat.
Nein Spaß beiseite.
Wir wünschen uns für die Zukunft ganz nach dem Ideal unseres Vorsitzenden Jürgen Klonz eine Gemeinschaft im Sinne "alle für einen - einer für alle", also eine Mannschaft im urtümlichsten Sinne für das Erringen weiterer Erfolge.
Laudatio für einen Verein?
Eine Lobrede über einen Verein, der 100 Jahre alt ist und von dessen Ursprüngen es nur wenige Quellen gibt erschien zunächst schwierig. Und dennoch, ist es leicht, weil der Verein von Personen getragen wird. Eine ganz wichtige für unseren Verein ist Jürgen Klonz.
Doch hier möchte ich enden und den Platz für Winfried Trodler räumen.
Vorher aber will ich Ihnen danken, dass sie mir so geduldig Ihre Aufmerksamkeit geschenkt haben und schließe mit der Laudatiointerpretation des Dramatikers Carl Zuckmayer:
Die Laudatio ist der Nachruf bei Lebzeiten.
Hoffen wir auf eine weitere lange Lebensdauer.
Offizielles Programm
Freitag 28.05.2010 Offizieller Festakt – Klüttefunke-Heim
für geladene Gäste ab 19.00 Uhr
Samstag 29.05.2010 Jubiläumsveranstaltung Klüttefunke-Heim
mit Tanz und musikalischen Einlagen ab 19:30 Uhr
Sontag 30.05.2010 - Saisonabschluss Seniorenmannschaft
Letztes Meisterschaftsspiel gegen Sürth II (Heimspiel)
Montag 31.05.2010 – Jugendturnier (C-Jugend) ab 17:00 / 18:00 Uhr
Mittwoch 02.06.2010 - AH-Kleinfeldturnier (Abendveranstaltung)
Donnerstag 03.06.2010 – Jugendturnier (Bambini, F/E-Jugend)
(Fronleichnam)
Freitag 04.06.2010 - Fortuna Liblar – Viktoria Köln Anstoss 19.00 Uhr
Samstag 05.06.2010 - Senioren-Kleinfeld-Turnier
Einlage Spiele Mannschaften der Sozial-Betriebe-Köln
abends Fortuna-Party Open End
Sonntag 06.06.2010 - Fortuna – 100 ein Familientag auf dem
Vereinsgelände mit Frühschoppen ab 10:00 Uhr
Grillparty, Kinderbelustigung mit z.B. Hüpfburg, Schminken,
Sportfest, Torwandschießen, Karachometer etc.
Jugendturnier (D-Jugend) ab 10:00 Uhr
Geschichte
Erftstadt.- Die große Feiersause des SC Fortuna Liblar 1910 eV (SCF) zum 100jährigen Bestehen nähert sich unaufhaltsam. Der Festausschuss tagte jetzt zum 20. Mal und die Arbeit am Jubiläumsheft ist nahezu abgeschlossen. Ende Mai steppt auf dem Sportgelände des SCF zehn Tage lang der Fortunen-Bär. Neben Prominenz aus Stadt und Sport werden sicher zahlreiche Freunde des Traditionsvereins aus Oberliblar zum Feiern auflaufen.
Nun ist das mit der Festschrift eines Clubs, der die 100 erreicht hat, so eine Sache. Die Chronik erzählt vom Werden und Wesen, vom Siegen und Scheitern. Im Falle des SCF kommt noch die Geschichte vom Abbrennen des Jugendheims und vom Neubau des Vereinsheims, das Anfang der Neunziger Jahre die Geschichte der Fortuna prägte. In einer beispielhaften Anstrengung bauten die Sportler unter fachlicher und engagierter Leitung ihre Vorsitzenden Jürgen Klonz ein schmuckes Heim am Sportplatz in Oberliblar, worauf die Mitglieder zu Recht stolz sein können.
Um auf die Chronik und die Festschrift zurückzukommen - 100 Seiten für 100 Jahre meint der Vorstand, müsse genügen. "Darf es etwas mehr sein?", läßt er aus Kostengründen nicht gelten.
Weil: mehr Seiten kosten mehr Geld. Also muß die Redaktion sich Zügel anlegen, um nicht über das finanziell abgesteckte Ziel hinauszuschießen.
Hier kommt nun ein Kleinod aus der Planung für die Festschrift, das mit Sicherheit nicht erscheinen wird, aber zu schade ist, um es für immer in der Versenkung verschwinden zu lassen.
Karl Küpper, der sympathische, leider allzu früh verstorbene Sportreporter der Kölner Rundschau, schreibt in der Ausgabe von Montag, dem 3. Oktober 1977, zum Spiel TuS Birk – Fortuna Liblar (6:2) folgendes:
„Zum Spiel bleibt lediglich zu sagen, dass es trotz vieler Bemühungen wieder einmal nicht möglich war, von einem Vorstandsmitglied oder Spieler eine Schilderung des Auswärtsspiels zu erhalten. Entweder war niemand mit der Mannschaft gefahren oder überhaupt nicht erreichbar. Für uns Berichterstatter ist das bei Fortuna Liblar eine Situation, mit der wir uns schon seit Jahren herumschlagen müssen.
Unsere telefonischen Versuche galten diesmal den Vorstandsmitgliedern Hepting, Esser und Meyer und ebenso ergebnislos versuchten wir im Jugendheim und in den Gaststätten Breuer und Neter jemand vom Verein zu erreichen.“
Lieber Karl Küpper im Himmel, wenn Du heute sehen und hören könntest, wie diese Schwierigkeiten gar nicht mal vorstellbar sind, Dein Reporterleben wäre um ein Vielfaches einfacher.
Damals hätte ich einen Tipp für Dich gehabt: Ruf doch mal beim Sieger Tus Birk an!
TransMedia Erftstadt
Kunibert Hammerschmidt







